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Evangelikale Fundamentalisten in Uganda hetzen gegen Homosexuelle

Bild des Benutzers kretzer

Das folgende Video ist schon seit einiger Zeit auf Youtube zu sehen. Es zeigt evangelikale Fundamentalisten in Uganda, die gegen Homosexuelle hetzen. Es hat mit seinen naiv-bösartigen, drastischen und plastischen Darstellungen schon vielfach für Heiterkeit gesorgt, auch etwa bei uns im Kollegenkreis wurde herzlich gelacht. Was diese pösen, verderbten Homosexuellen so alles anstellen, "dey eat da poo poo", schrecklich, und der Bischof verdreht die Augen, "uuh".

Ja, es ist schön, wenn man diese Fundamentalisten nicht mehr ernst nehmen muss. Und das ist wenigstens bei uns in Mitteleuropa heutzutage der Fall. Hier hätten sie keine Chance; auch weniger Gebildete haben bei uns eine Vorstellung davon, was Homosexualität bedeutet und was nicht. Und wie häufig "so etwas" in der Natur vorkommt, und dass es nichts, aber auch gar nichts mit Moral und Ethik zu tun hat. Hier würde man sie auslachen. Oder vor Gericht stellen wegen Volksverhetzung.

Aber ich kann da nicht mitlachen. Vor einiger Zeit ist in Uganda die Todesstrafe für Homosexualität eingeführt worden. Diese Hassprediger haben also mit ihrer Hetzkampagne Erfolg gehabt.

Das bedeutet: Dieses Video zeigt Mörder! Diese "braven Leute" haben sich wahrscheinlich nicht persönlich an den häufig vorkommenden Lynchmorden an Homosexuellen beteiligt. Nein, diese Leute lassen lieber den Staat für sie morden. Und die Motivation stammt aus der Religion. Die Bibel sagt ja eindeutig, dass "wenn ein Mann bei einem Mann liegt wie bei einer Frau", man die beiden "nicht am Leben lassen" soll. Dieses Beispiel zeigt somit, wie religiöse Vorstellungen benutzt werden können, Menschen bis hin zum Mord an ihren Mitmenschen zu beeinflussen.

Religionen sind brandgefährlich.

Was uns vor solchen Machenschaften hier in Europa heute schützt, ist das im Gefolge des Humanismus und der Aufklärung (wieder-) erreichte Bildungsniveau. Wer seine religiösen (oder sonstigen) Wahnideen mit den Ergebnissen der philosophischen und wissenschaftlichen Forschungen abgleichen muss, wer Bescheid weiß über die schlichte Tatsache, dass es nicht nur eine Religion, nicht nur einen Gott gibt auf der Welt, der wird seine eigenen Einstellungen nicht derart verabsolutieren, dass er am Ende noch das Recht zum Morden daraus ableitet.

Buch: Schatten über Europa Doch wir müssen aufpassen: Was selbst lang anhaltende Kriege und Wirtschaftskrisen bisher nicht geschafft haben und kaum schaffen würden, ist dem Christentum schon einmal gelungen: Die systematische und fast vollständige Vernichtung der antiken, griechisch-römischen Hochkultur. Diese Kultur, in welcher fast jeder lesen konnte und Bildung hoch angesehen war, ist in nur 150 Jahren einer aus der späten Bronzezeit1) stammenden "Kultur" gewichen, in welcher selbst einige Kaiser nicht mehr lesen konnten. Karl der Große ist ein Beispiel, von dem es heißt, er habe mit den Buchstaben gekämpft wie ein achtjähriger Bub.

1)Die 10 Gebote wurden zwischen 2000 v. u. Z. und 1500 v. u. Z. von einer Ziegenhirten-Kultur aus dem vorderen Orient entwickelt. Die Historiker nennen die Zeit bis 1850 v. u. Z. die "späte Bronzezeit".

Umfassende Bildung und nicht nur Ausbildung auf die Bedürfnisse eines Berufs hin, auch "Herzensbildung" im Sinne des klassischen, humanistischen Bildungsideals, basierend auf und immer wieder abgeglichen mit den wissenschaftlichen, insbesondere naturwissenschaftlichen Erkenntnissen, ist das Mittel der Wahl gegen Fundamentalismen aller Art, gegen dogmatische Religionen und Ideologien. Darum geht es bei diesem Video.

[26.10.2012] Update:
Bericht in Spiegel-Online zur aktuellen Entwicklung in Uganda:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/homosexuelle-in-uganda-kaempfen-ge...

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