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Das goldene Kalb

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Es gibt einige wenige Geschichten, die in unserem europäischen Kulturkreis absolut jeder kennt. Dazu gehören solche aus der Bibel, wie etwa die mit dem Tanz um das goldene Kalb. Diese Geschichte soll uns ermahnen, nicht an falsche Götter, an selbst gemachte Götzen, zu glauben. Sie ist eine Veranschaulichung des ersten Gebotes, das nicht zufällig das erste und damit wichtigste ist:

1. Gebot: Ich bin der Herr, Dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben. Du sollst an einen Gott glauben und ihn allein anbeten.

Interessant ist, die Leute zu fragen, wie denn ihrer Erinnerung nach die Geschichte genau geht. Fragen Sie sich das einmal selbst: Sie werden sich vermutlich, wenn Sie nicht gerade ein Bibelspezialist sind, ungefähr an das Folgende erinnern: Moses kommt vom Berg Sinai zurück mit den 2 Tafeln, welche die 10 Gebote enthalten. Zu seinem Entsetzen haben die Israeliten in der Zwischenzeit den rechten Glauben verloren und sich ein goldenes Kalb als Götzen gemacht, um den sie nun tanzen. Moses zerstört im Zorn die Tafeln und das Kalb, geht noch einmal zurück auf den Berg, erhält die Tafeln nochmal neu und alles ist gut. - Ungefähr so erinnert man sich gewöhnlich an diese Geschichte. Die Moral ist klar: Es ist absolut verwerflich, den falschen, noch dazu selbst gemachten, Gott anzubeten. Soweit, so gut.

Fehlt da nicht ein Detail? Als Moses die Tafeln zerstört hat, ruft er seinen Bruder Aaron und die letzten verbliebenen Gerechten des Volkes zu sich und befiehlt ihnen, ihre Schwerter zu nehmen und jeden, der ihnen über den Weg läuft, zu töten. Alt und Jung, Mann und Frau, Bruder und Schwester werden von ihnen umgebracht. Am Ende des Gemetzels liegen 3000 Tote am Boden. Danach geht Moses zurück auf den Berg und bittet bei Gott um Gnade für sein Volk. Der lässt sich angesichts des konsequenten Durchgreifens von Moses erweichen und gibt ihm Version 2.0 der Gebotstafeln. Moses kehrt zurück vom Berg und alles ist gut.

Das heißt: Moses ist ein Massenmörder. Er hat befohlen, dass tausende aus dem eigenen Volk unterschiedslos nieder gemetzelt werden sollen. Es sind die Gerechten, welche den Massenmord vollziehen. Die Guten also, das sind die Mörder. Die Bösen, das sind jene, die sich das unglaubliche Verbrechen zu schulden kommen haben lassen, um eine Goldfigur herum zu tanzen. Eigentlich nichts Schlimmes, ähnliches tut jeder Esoteriker heutzutage, was auch niemanden aufregt. Lasst sie doch, wenn sie wollen, die sind harmlos, und außerdem hat jeder das Recht, um alles herum zu tanzen, was immer ihm herumtanzenswertes einfällt. Massenmord dagegen wird nicht so gern gesehen, nicht wahr?

Das heißt: Das eigentlich schlimme, das ungeheuerliche, grausame und schreckliche Verbrechen, der Massenmord an 3000 Menschen, wird in dieser Geschichte in den Hintergrund gerückt. So sehr, dass wir uns meist nicht daran erinnern, dass das ein Teil der Geschichte ist. Das harmlose Herumgehopse dagegen ist nun das eigentliche Verbrechen.

So dreht die Religion die Maßstäbe herum. Nur vor dem totalitären Machtanspruch dieses wahnsinnigen Gottes ergibt es einen Sinn, dass wer diesem Machtanspruch nicht gerecht wird, der eigentliche Verbrecher ist. Wen wundert es da, dass das Christentum als das Urbild des Totalitarismus mehr Menschenleben auf dem Gewissen hat, als jede andere Ideologie sonst.

Wie viele Millionen Tote braucht es noch, bis ihr erkennt, dass das Christentum nichts Gutes ist?

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